Synopsis
Mehrfach ausgezeichnet u.a. mit dem Naturfilm-Oscar in Jackson Hole: Nach mehr als 30 Jahren nach dem Super-GAU sind die 3.000 Quadratkilometer rund um Tschernobyl immer noch verbotene Zone, allerdings nur f\u00fcr Menschen. Am Schauplatz des gr\u00f6\u00dften Reaktorunfalls der Geschichte ist in den letzten Jahrzehnten ein unbeabsichtigtes \u00f6kologisches Experiment abgelaufen. Riesige Rudel von W\u00f6lfen haben die Region erobert und streifen durch die Schwemmgebiete des Prypjat und die verlassenen Siedlungen. Was einst die Kornkammer der Sowjetunion war, ist nun von riesigen W\u00e4ldern bedeckt, mit der neuen Vegetation sind Bisons, Luchse und W\u00f6lfe zur\u00fcckgekehrt. F\u00fcr diese Dokumentation konnte erstmals ein westliches Filmteam in die verbotene Zone vordringen und dieser spektakul\u00e4ren Wiederkehr der Natur nachforschen. Regisseur Klaus Feichtenberger zeigt eine faszinierende, paradoxe Welt, die beides zugleich ist: ein Blick in die Zeit lange vor der menschlichen Zivilisation und ein Fenster in die Zukunft nach der ultimativen nuklearen Katastrophe. Die Katastrophe nach dem Erdbeben und der Flutwelle im japanischen Atomreaktor Fukushima weckt Erinnerungen an das Reaktorungl\u00fcck in Tschernobyl. Nach mehr als 30 Jahren nach dem Super-GAU regieren W\u00f6lfe das radioaktiv verseuchte Niemandsland, die Sperrzone um Tschernobyl in der Dreil\u00e4nderecke zwischen der Ukraine, Russland und Wei\u00dfrussland. Die "Universum"-Dokumentation "Radioaktive W\u00f6lfe" von Klaus Feichtenberger zeigt erstmals ein umfassendes Bild der Tschernobylzone, die ein Vierteljahrhundert lang Sperrgebiet war. Nach der Reaktorkatastrophe am 26. April 1986 wurden etwa 150 Ortschaften mit mehr als 150.000 Bewohnern evakuiert. Unbehindert durch den Menschen haben sich seither in der Zone zahlreiche Wildtierarten angesiedelt. An der Spitze des \u00d6kosystems in dieser neuen Wildnis steht der Wolf. Abenteuerliche Ger\u00fcchte \u00fcber W\u00f6lfe in der Zone gibt es seit Jahren, aber Fakten sind immer noch rar. Die prominenten Wolf-Experten Christoph und Barbara Promberger, mit entsprechenden internationalen Studien bestens vertraut, besuchten 2009 die Zone, um sich ein Bild zu machen und staunten \u00fcber die anscheinend zahlreiche Pr\u00e4senz von W\u00f6lfen, die hier ideale Lebensbedingungen haben. Die Prombergers erhielten von den wei\u00dfrussischen und ukrainischen Beh\u00f6rden die Erlaubnis, ein Forschungsprojekt in Gang zu setzen, das diese Fragen beantworten soll. Ein Filmteam begleitete die beiden im Auftrag von ORF, NDR, BBC und WNET. Die Prombergers fingen und statteten die ersten W\u00f6lfe in der Zone mit Sendern aus, um Fakten \u00fcber ihr Territorial- und Migrationsverhalten, den Grad der Verstrahlung und den Gesundheitszustand zu sammeln. W\u00e4hrend der Dreharbeiten entstand eine kollegiale Partnerschaft zwischen den Prombergers und dem Doyen der wei\u00dfrussischen Raubtierforschung, Vadim Siderowitsch, Professor an der Akademie der Wissenschaften in Minsk. Vadim Siderowitsch dokumentiert seit Jahren in anderen Gebieten des Landes Wolfspopulationen und verf\u00fcgt \u00fcber eine F\u00fclle wertvoller Vergleichsdaten. Unter seiner F\u00fchrung \u00fcbernimmt ein wei\u00dfrussisches Forscherteam das von den Prombergers initiierte Tschernobyl-Wolfsprojekt. Aus der Sicht der W\u00f6lfe von Tschernobyl wird dem TV-Publikum ein 360-Grad-Schwenk \u00fcber das mittlerweile wohl wildeste Gebiet Europas geboten, das der Forscher Promberger als das gr\u00f6\u00dfte Freiluft-Experimentallabor der Welt bezeichnet. Ist Tschernobyl ein Fenster in eine Vergangenheit vor dem Menschen? Oder in eine Zukunft nach dem Kollaps unserer Zivilisation? Das \u00f6sterreichisch-wei\u00dfrussische Kamerateam hat mehr Zeit in der verbotenen Zone verbracht als irgendein anderes Medienteam zuvor mehr als 100 Drehtage, verteilt \u00fcber ein ganzes Jahr. Au\u00dferdem waren sie das erste ausl\u00e4ndische Filmteam, das im wei\u00dfrussischen Teil der Zone gedreht hat, und es brachte nicht nur die ersten Flugaufnahmen aus der Zone seit 30 Jahren zur\u00fcck, sondern auch historisches Archivmaterial, das im Westen noch nie gezeigt wurde.