Biographie
Jacques Perrier, Spitzname „Pschitt“, geboren 1947, ist ein Bergführer und Kletterer, ein Denkmal des französischen Erbes, dessen Name sich in die Geschichte des Kletterns, insbesondere der Verdonschluchten, eingeschrieben hat.
Als Bergführer im Ecrins Guides-Büro hat er mehr als vier Jahrzehnte der Kletterentwicklung miterlebt und dabei sowohl an großen Wänden als auch an Sportfelsen seine Spuren hinterlassen. Er stammte aus einer Pioniergeneration und machte sich in den 1970er und 1980er Jahren einen Namen, indem er legendäre Routen eröffnete, insbesondere in den Verdon-Schluchten, einem Mekka des französischen Freeclimbings. Seine Doppelrolle als Spitzenkletterer und leidenschaftlicher Ausrüstungsbauer hat es ihm ermöglicht, die vertikale Landschaft Südfrankreichs nachhaltig zu prägen.
Pschitt eröffnete oder rüstete große Routen wie „Pichenibule“, „Les Rideaux de Gwendal“ und „Les Spécialistes“ aus (letztere war eine der ersten französischen Routen mit der Bewertung 8b+), die zu ihrer Zeit die Grenzen des Schwierigkeitsgrads überschritten und Generationen von Kletterern aus der ganzen Welt anzogen. Er prägte auch den Cimaï mit Erfolgen wie „Sortilège“, einer 8b-Route, die er im Alter von 56 Jahren wiederholte und die eine außergewöhnliche sportliche Langlebigkeit bewies. Seine Tätigkeit beschränkte sich nicht nur auf die Klippe: Er unternahm zahlreiche extreme Erstbegehungen in den Bergen und Eisfällen, darunter die „Goulotte Pschitt“ in Ailefroide. 1999 gewann er den Icefall Bouldering World Cup in Cortina d'Ampezzo und bestätigte damit seinen Status als vielseitiger und innovativer Bergsteiger. Seine Vision des Kletterns, bei der Freiheit, Übertragung und Leidenschaft im Mittelpunkt standen, veranlasste ihn, in die Ausstattung wichtiger Standorte zu investieren und so zur Demokratisierung des Sportkletterns in Frankreich beizutragen. Sein Name ist untrennbar mit der Geschichte des Verdon verbunden, aber auch mit der Entwicklung der Klippen des Var und des Cimaï, die dank seiner Arbeit und seines Engagements zu internationalen Referenzen geworden sind.
Jacques Perrier hat auch in mehreren Dokumentarfilmen und Filmen mitgewirkt, die sich dem Klettern und seinen großen Persönlichkeiten widmen. Er tritt insbesondere in Produktionen auf, die die Geschichte des Freikletterns in Frankreich nachzeichnen, neben Patrick Edlinger, Patrick Berhault und anderen Legenden in Jean-Paul Janssens Dokumentarfilmtrilogie Overdon, Oversand und Over-Ice. Seine Karriere wurde in zahlreichen Fachmedien und Dokumentationen gefeiert, die seine Rolle als Brücke zwischen den Generationen und seine unerschütterliche Begeisterung für Vertikalität hervorheben.
Auch heute noch ist Pschitt eine unverzichtbare Referenz, er verkörpert den Pioniergeist und die Leidenschaft für das Klettern und inspiriert noch immer junge Kletterer mit seiner Langlebigkeit, Bescheidenheit und seinem Engagement für das Freiklettern und die Eröffnung neuer Routen. Selbst in seinen Sechzigern beeindruckt er die Gemeinschaft immer noch, indem er beispielsweise im Alter von 63 Jahren das „Témoin d’usure“ (8a+) in Faron bei Toulon abschließt. Jacques Pschitt Perriers Beitrag zur Geschichte des Freikletterns ist immens, sowohl im Hinblick auf die Qualität und den Schwierigkeitsgrad der von ihm erstellten Routen als auch auf seinen Einfluss auf die Entwicklung der Praxis und Mentalitäten in der Bergwelt.