Biographie
David Howard Susskind (19. Dezember 1920 – 22. Februar 1987) war ein US-amerikanischer Produzent von Fernseh-, Film- und Bühnenstücken sowie Moderator einer TV-Talkshow. Seine Talkshows waren in diesem Genre innovativ und behandelten aktuelle, kontroverse Themen, die über den Rahmen anderer seiner Zeit hinausgingen.
Sein erster Job nach dem Krieg war als Pressevertreter für Warner Brothers. Anschließend war er Talentagent für Century Artists und landete schließlich in der neu gegründeten Fernsehprogrammabteilung der Music Corporation of America, wo er Dinah Shore, Jerry Lewis und andere leitete. In New York gründete Susskind Talent Associates, das eher Materialschöpfer als Künstler vertritt. Im Jahr 1954 wurde Susskind Produzent des NBC-Rechtsdramas Justice, das auf Fallakten der Legal Aid Society of New York basierte. Seine Sendung „Open End“ begann 1958 auf dem kommerziellen unabhängigen New Yorker Sender WNTA-TV und erhielt diesen Titel, weil die Sendung so lange fortgesetzt wurde, bis Susskind oder seine Gäste zu müde waren, um fortzufahren. Im Jahr 1961 wurde Open End auf zwei Stunden beschränkt und ging in die landesweite Syndizierung. Die Sendung erhielt für ihre Ausstrahlung am Sonntagabend, dem 2. Oktober 1966, den neuen Titel „The David Susskind Show“. In den 1960er Jahren war es die erste landesweit ausgestrahlte Fernseh-Talkshow, in der sich Menschen gegen die amerikanische Beteiligung am Vietnamkrieg aussprachen. In den 1970er Jahren war es die erste landesweit ausgestrahlte Fernseh-Talkshow, in der sich Menschen für die Rechte von Homosexuellen einsetzten. Die Show wurde fortgesetzt, bis sie 1986 von der New Yorker Filiale abgesetzt wurde. Während seiner fast drei Jahrzehnte währenden Laufzeit behandelte Susskind viele kontroverse Themen der Zeit, wie Rassenbeziehungen, Transsexualität und den Vietnamkrieg. Sein Interview mit dem sowjetischen Ministerpräsidenten Nikita Chruschtschow, das im Oktober 1960, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, ausgestrahlt wurde, erregte landesweite Aufmerksamkeit. Es handelt sich um eine der ganz wenigen Talkshow-Sendungen aus dieser Zeit, die erhalten geblieben sind und heute angesehen werden können. In einem inzwischen berüchtigten Interview mit dem damals 25-jährigen Muhammad Ali während eines kürzlich entdeckten Auftritts in der britischen Sendung „The Eamonn Andrews Show“ im Jahr 1968 zeigte Susskind eine starke Abneigung und Boshaftigkeit gegenüber dem berühmten Boxer, den er wegen seiner Ablehnung mit vernichtender Kritik verärgerte für den Vietnamkrieg zum US-Militär eingezogen werden. Einige Kommentatoren haben dies als rassistischen Angriff bezeichnet. Susskind war auch ein bekannter Produzent mit zahlreichen Filmen, Theaterstücken und Fernsehsendungen. Sein Vermächtnis ist das eines Produzenten von intelligentem Material zu einer Zeit, als das Fernsehen seine goldenen Jahre hinter sich gelassen hatte und sich fest in Programmen etabliert hatte, die großen Anklang fanden, ob sie nun sehenswert waren oder nicht.