Biographie
Geboren und aufgewachsen in Magdeburg (Deutschland), sammelte Frank Giering erste Bühnenerfahrungen als Backgroundschauspieler am ehemals bekannten „Maxim-Gorki“-Theater Magdeburg. In dieser Zeit entstand der Wunsch, Schauspieler zu werden, auch wenn er dies später sagte , dass dieser Wunsch hauptsächlich aus seinem Hunger danach entstand, sichtbar und wahrgenommen zu werden, gepaart mit dem unrealistischen Glauben, für die Frau interessanter zu werden.
Dennoch begann er sein Studium an der Westfälischen Schauspielschule Bochum (Deutschland), wechselte aber kurze Zeit später an die Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) in Potsdam-Babelsberg (Deutschland). Aber auch hier fühlte er sich mit den Erziehungsmethoden ziemlich unwohl. Einige Übungen führten ihn an seine körperlichen und geistigen Grenzen. Darüber hinaus scheiterte er an der Forderung seines Lehrers, „den Raum des Theaters zu füllen“. Als ihm klar wurde, dass er sich immer mehr zusammenzog, sobald er die Anweisung bekam, „mehr zu geben“ oder „lauter zu werden“, beschloss er abzubrechen. Vor der Filmkamera konnte er seine eigene Schauspielphilosophie ausleben, die im Gegensatz zu den Anforderungen in der Schule stand. Er liebte es, Gefühle allein durch Blicke und ein Minimum an Gestik und Mimik zu reduzieren und auszudrücken. Laut seinen Lehrern im Theater konnte er nur die erste Reihe erreichen. Doch nun fand er die Möglichkeit, die letzten Reihen nicht dadurch zu erobern, dass er sich verbreiterte, sondern sie mithilfe der Kamera einander näher zu bringen. Endlich hatte er das Gefühl, nach Hause zu kommen. Mit seiner ersten Rolle erregte er die Aufmerksamkeit des österreichischen Regisseurs Michael Haneke, der ihn für zwei seiner Produktionen engagierte. Nach der Kafka-Adaption „Das Schloss“ (1997) spielte Giering die Hauptrolle im Kinofilm „Funny Games“ (1997). Mit der Figur des sadistischen Mörders wurde er über Nacht populär.
Der endgültige Durchbruch folgte 1999 mit seinem Auftritt als Floyd in Gigantic (1999) von Sebastian Schipper, einem kleinen, aber besonderen Film über Freundschaft, Sehnsucht und Abschied und eine allerletzte, aber magische Nacht in Hamburg. Für kurze Zeit galt er als einer der vielversprechenden Nachwuchsschauspieler Deutschlands. Vergleiche mit James Dean wurden gezogen, und zwar weniger wegen der Ähnlichkeiten in der visuellen Natur, sondern wegen der Aura von „Verlorenheit“ und Einsamkeit, die beide Schauspieler umgab.
Frank Giering verstarb am 23. Juni 2010. Als offizielle Todesursache wird Multiorganversagen aufgrund einer akuten Gallenkolik angegeben. Am 9. Juli 2010 wurde er auf dem Neustädter Friedhof in Magdeburg (Deutschland) beigesetzt.
Bei der Beschreibung oben handelt es sich um Abschnitte aus der IMDB.
1 Gewinnt Und 2 Nominierungen