Biographie
Christiane Eda-Pierre (24. März 1932 – 6. September 2020) war eine französische Koloratursopranistin martinischer Herkunft, die in einer Vielzahl von Rollen sang, vom Barock bis zu zeitgenössischen Werken.
Eda-Pierre wurde in Fort-de-France, Martinique, in einer Intellektuellenfamilie geboren. Sie ist die Tochter des Journalisten William Eda-Pierre und der Musiklehrerin Alice Nardal sowie die Nichte von Paulette Nardal. Schon in jungen Jahren lernte sie Klavier von ihrer Mutter. Im September 1950 reiste sie nach Paris, wo sie zwei Jahre lang an der École Normale de Musique de Paris studierte. Nach dem Unterricht bei Charles Panzéra wechselte sie vom Klavier zum Gesang. 1954 besuchte sie das Conservatoire de Paris, wo sie Gesang bei Louis Noguéra und Diktion bei Gabrielle Fontan lernte. 1957 schloss sie ihr Studium mit Auszeichnung ab. Im selben Jahr gab sie in Nizza ihr professionelles Debüt als Leïla in Les pêcheurs de perles.
Sie debütierte 1958 an der Opéra-Comique als Lakmé, 1959 beim Festival Aix-en-Provence als Papagena in der Zauberflöte und 1960 am Palais Garnier als Lucia di Lammermoor. Sie sang dort die standardmäßigen lyrischen Koloraturrollen des französischen und italienischen Repertoires. Große Anerkennung erlangte sie auch in Mozart-Partien, insbesondere als Konstanze in „Die Entführung aus dem Serail“, als Gräfin in „Le nozze di Figaro“, als Donna Anna und als Elvira in „Don Giovanni“ und als Königin der Nacht in „Die Zauberflöte“.
Eda-Pierre wurde in der französischen Barockoper sehr geschätzt, insbesondere in den Werken von Jean-Philippe Rameau, darunter Les Indes Galantes, Zoroastre, Les Boréades (Teilnahme an der ersten modernen Aufführung im September 1964) und Dardanus. Sie war auch sehr aktiv im französischen Radio, wo sie in wenig aufgeführten Werken sang, wie Rossinis „Le siège de Corinthe“, Bellinis „Il pirata“, Bizets „La jolie fille de Perth“ sowie Berlioz‘ „Béatrice et Bénédict“ und „Benvenuto Cellini“.
Sie schuf viele zeitgenössische Werke, darunter Capdevilles Les amants captifs (1973), Chaynes‘ Pour un monde noir (1979) und Erszebet (1983). 1983 kreierte sie außerdem die Rolle des Engels in Olivier Messiaens Saint François d'Assise an der Opéra de Paris.
Eda-Pierre erlangte auch international große Anerkennung, unter anderem in Lissabon, London, Wexford, Berlin, Hamburg, Wien, Salzburg, Moskau, Chicago und New York. Ihr Debüt an der Metropolitan Opera gab sie 1980 als Konstanze und sang in den nächsten zwei Jahren weitere Rollen: Gilda in Rigoletto (mit Luciano Pavarotti) und Antonia in Les contes d'Hoffmann (mit Plácido Domingo).
1977 wurde sie Lehrerin am Conservatoire de Paris und setzte ihre Karriere in der Oper und im Konzert fort.
Eda-Pierre verfügt über eine schöne, reiche und bewegliche Stimme, die es ihr ermöglichte, in einer Vielzahl von Rollen erfolgreich zu sein. Sie ist auf mehreren Aufnahmen zu hören, von denen ihre drei berühmtesten beim Philips-Label als Konstanze in „Die Entführung aus dem Serail und Teresa in Benvenuto Cellini, beide unter Sir Colin Davis, und ein Album mit Arien aus den französischen Opéra-Comiques von Grétry und Philidor unter Sir Neville Marriner. Anlässlich des 100. Geburtstags von Bizet im Jahr 1975 beteiligte sie sich an BBC-Studioaufnahmen von La Jolie Fille de Perth und Le Docteur Miracle. ...
Quelle: Artikel „Christiane Eda-Pierre“ aus Wikipedia auf Englisch, lizenziert unter CC-BY-SA 3.0.