Biographie
B. Ruby Rich ist ein amerikanischer Wissenschaftler, Kritiker unabhängiger, lateinamerikanischer, Dokumentar- und Schwulenfilme und Professor für Community Studies und Sozialdokumentation, auch bekannt als „SocDoc“, an der UC Santa Cruz. Außerdem unterrichtete sie im Frühjahrssemester an der UC Berkeley Dokumentarfilm und Queer Studies. Ihr wird die Prägung des Begriffs „New Queer Cinema“ zugeschrieben.
Rich begann ihre Karriere in der Filmausstellung nach ihrem College-Abschluss als Mitbegründerin der Woods Hole Film Society. Anschließend wurde sie stellvertretende Direktorin des Film Center am Art Institute of Chicago. Nachdem sie als Filmkritikerin für den Chicago Reader gearbeitet hatte, zog sie nach New York City, um ein Jahrzehnt lang die Leitung des Filmprogramms des New York State Council on the Arts zu übernehmen.
Rich ist seit Mitte der 1970er Jahre als Kulturtheoretiker und Kritiker tätig und wird eng mit einer Reihe wichtiger Filmbewegungen identifiziert, etwa mit dem Independent-Film in den USA und Europa, dem lateinamerikanischen Kino und, was noch bemerkenswerter ist, als eine der wichtigsten Stimmen in der feministischen Filmkritik.
Ihre Anwesenheit bei Filmfestivals (wie Sundance, wo sie früh Mitglied des Auswahlkomitees war), ihre Filmkritiken in wichtigen nationalen Publikationen und ihre Kommentare in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkprogrammen „The World“ und „Independent View“ haben ihr einen Platz als Schauspielerin gesichert zentrale Figur in der Geschichte dessen, was sie als „Cinefeminismus“ bezeichnet.
B. Ruby Rich erscheint 2009 im Dokumentarfilm „For the Love of Movies: The Story of American Film Criticism“, in dem sie die Anziehungskraft des Films „Amélie“ bespricht und ihren Wunsch zum Ausdruck bringt, dass junge Kritiker eine neue Art von Kritik hervorbringen jenseits der „Autorentheorie“.
Rich schreibt regelmäßig für Village Voice, den San Francisco Bay Guardian und Sight & Sound des British Film Institute. Sie hat auch für The Guardian, The Nation, ELLE, Mirabella, The Advocate und Out mitgewirkt. Sie war Gründungsherausgeberin von Film-/Videorezensionen für GLQ: A Journal of Lesbian and Gay Studies.
Auf dem Cover ihres Klassikers „Chick Flicks: Theories and Memories of the Feminist Film Movement“ aus dem Jahr 1998 steht: „Wenn es in den Sechzigern, Siebzigern oder Achtzigern einen Moment gab, der die Geschichte der Frauenfilmbewegung veränderte, B. Ruby Rich.“ Teils journalistische Chronik, teils Memoiren und zu 100 Prozent reine kulturhistorische Odyssee: „Chick Flicks“ fängt mit seinen definitiven, authentischen kollektiven Essays die Geburt und das Wachstum des feministischen Films ein wie kein anderes Buch.“
Richs Beobachtungen umfassen Themen wie Reisen, Sex und Voodoo, aber auch die Anti-Pornografie-Bewegung, die Filme von Yvonne Rainer, einen Besuch von Julie Christie in Washington und den historisch eindrucksvollen Film „Maedchen in Uniform“.
Sie leitet jeden ihrer Essays mit einem autobiografischen Prolog ein, der die intellektuellen, politischen und persönlichen Momente beschreibt, aus denen das Werk hervorgegangen ist, in der Hoffnung, dass eine neue Generation feministischer Filmkultur durch die Rückeroberung ihrer eigenen Geschichte wiederbelebt werden könnte.
Rich ist Träger des Honorary Life Membership Award 2006 der Society for Cinema and Media Studies; und sie ist die Empfängerin des Brudner-Preises 2007 der Yale University.
B. Ruby Rich lebt in San Francisco.