Biographie
Michel Charles Sardou, bekannt unter seinem Künstlernamen Michel Sardou (* 26. Januar 1947), ist ein französischer Sänger und Gelegenheitsschauspieler.
Er ist nicht nur für seine Liebeslieder („La maladie d’amour“, „Je vais t’aimer“) bekannt, sondern auch für Lieder, die sich mit verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Themen befassen, etwa mit den Rechten der Frauen in islamischen Ländern („Musulmanes“), dem geistlichen Zölibat („Le curé“), dem Kolonialismus („Le temps des colonies“, „Ils ont le pétrole mais c’est tout“) oder der Todesstrafe („Je suis pour“). Ein weiteres manchmal kontroverses Thema, das in einigen seiner Lieder („Les Ricains“ und „Monsieur le Président de France“ zum Beispiel) zu finden ist, ist sein Respekt und seine Unterstützung für die Kultur und Außenpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika. Wegen seines Liedes „Le temps des colonies“ aus dem Jahr 1976, in dem ein ehemaliger Kolonialsoldat stolz von seinen Erinnerungen an den Kolonialismus erzählt, wird ihm vorgeworfen, ein Rassist zu sein, doch Sardou hat immer behauptet, das Lied sei sarkastisch. Seine Single „Les lacs du Connemara“ aus dem Jahr 1981 war ein internationaler Hit (insbesondere in den Niederlanden). Einige seiner Hits entstanden in Zusammenarbeit mit Jacques Revaux und Pierre Delanoë, einige andere (vor allem „En chantant“) mit dem italienischen Sänger Toto Cutugno.
Im Jahr 2001 waren Sardous 18 aufeinanderfolgende Auftritte im Palais Omnisports de Paris-Bercy ausverkauft, während sein 2004 erschienenes Album Du plaisir direkt auf Platz eins der französischen Album-Charts landete. In seiner fünfzigjährigen Karriere als Musiker hat Sardou 25 Studioalben und 18 Live-Alben veröffentlicht, mehr als 350 Songs aufgenommen (hauptsächlich auf Französisch, aber auch auf Spanisch, Italienisch und sogar Englisch) und mehr als 100 Millionen Platten verkauft. Derzeit gilt er als einer der beliebtesten Künstler in der frankophonen Welt und als einer der lukrativsten, sowohl im Verkauf als auch in seinen Shows.
Michel Sardou wurde am 26. Januar 1947 in Paris geboren. Sein Vater, Fernand Sardou, war Sänger und Schauspieler, während seine Mutter, Jackie Sardou, Schauspielerin war. Sein Großvater väterlicherseits, Valentin Sardou, war Komiker in Marseille, während seine Großmutter Sängerin war.
Sardou verließ die Schule mit 17 Jahren.
Sardou begann als Kellner im Kabarett seines Vaters in Montmartre zu arbeiten. Schließlich lernte er Michel Fugain kennen und sprach für Eddie Barclay vor. 1965 begann Sardou seine Karriere als Musiker mit „Le madras“, das er gemeinsam mit Michel Fugain und Patrice Laffont schrieb.
Im Jahr 1967 kam seine Karriere dank der Zensur richtig in Schwung: Während Frankreich aus dem integrierten Militärkommando der NATO austrat und der Vietnamkrieg in Frankreich eine antiamerikanische Stimmung auslöste, veröffentlichte Sardou „Les Ricains“ (Die Amis), ein Lied, das die Dankbarkeit gegenüber den USA für die Befreiung Frankreichs zum Ausdruck brachte. Charles de Gaulle gefiel das Lied nicht und er riet von einer Ausstrahlung im staatlichen Radio und Fernsehen ab. Dies verschaffte dem Sänger neue Bekanntheit und das Lied ermöglichte es ihm, den Grundstein für seinen zukünftigen künstlerischen Stil zu legen. Von 1967 bis 1970 fiel es ihm jedoch immer noch schwer, große Hits zu landen. ...
Quelle: Artikel „Michel Sardou“ aus Wikipedia auf Englisch, lizenziert unter CC-BY-SA.