Biographie
Michel Butor (14. September 1926 – 24. August 2016) war ein französischer Dichter, Romanautor, Lehrer, Essayist, Kunstkritiker und Übersetzer.
Michel Marie François Butor wurde in Mons-en-Barœul, einem Vorort von Lille, als drittes von sieben Kindern geboren. Seine Eltern waren Émile Butor (1891–1960), ein Eisenbahninspektor, und Anna (geb. Brajeux, 1896–1972). Er studierte Philosophie an der Sorbonne und schloss sein Studium 1947 ab. Er lehrte in Ägypten, Manchester, Thessaloniki, den Vereinigten Staaten und Genf. Für sein Werk gewann er zahlreiche Literaturpreise, darunter den Prix Fénéon und den Prix Renaudot.
Journalisten und Kritiker haben seine Romane mit dem Jugendstil in Verbindung gebracht, doch Butor selbst wehrte sich lange gegen diese Assoziation. Der Hauptpunkt der Ähnlichkeit ist ein sehr allgemeiner, nicht viel darüber hinausgehender; Wie Vertreter des Nouveau Roman kann er als experimenteller Schriftsteller bezeichnet werden. Sein bekanntester Roman, La Modification, ist beispielsweise vollständig in der zweiten Person geschrieben. In seinem Werk „La critique et l'invention“ von 1967 sagte er bekanntlich, dass selbst das wörtlichste Zitat aufgrund seiner „Transkontextualisierung“ bereits eine Art Parodie sei.
Jahrzehntelang entschied er sich dafür, in anderen Formen zu arbeiten, von Essays über Gedichte und Künstlerbücher bis hin zu nicht klassifizierbaren Werken wie Mobile. Für Künstlerbücher arbeitete er mit Künstlern wie Gérard Serée zusammen. Literatur, Malerei und Reisen waren Themen, die Butor besonders am Herzen lagen. Ein Teil der Faszination seiner Schriften liegt in der Art und Weise, wie sie die strengen Symmetrien kombinieren, die Roland Barthes dazu veranlassten, ihn als Inbegriff des Strukturalismus zu loben (beispielsweise im architektonischen Schema von Passage de Milan oder der kalendarischen Struktur von L'emploi du). temps) mit einer lyrischen Sensibilität, die eher Baudelaire als Robbe-Grillet ähnelt.
In einem Interview im Museum of Modern Art, New York, das 2006 geführt wurde, beschreibt der Dichter John Ashbery, wie er bei einem Abendessen in New York neben Michel Butor sitzen wollte.
Nach dem Treffen im Jahr 1977 freundete sich Butor mit Elinor S. Miller an, einer damaligen französischen Professorin am Rollins College. Sie arbeiteten gemeinsam an Übersetzungen, Katalogen und Vorträgen. Im Jahr 2002 veröffentlichte Miller ein Buch über Butor mit dem Titel Prisms and Rainbows: Michel Butors Collaborations with Jacques Monory, Jiri Kolar und Pierre Alechinsky.
Quelle: Artikel „Michel Butor“ aus Wikipedia auf Englisch, lizenziert unter CC-BY-SA 3.0.