Biographie
Die Filmkarriere von Carmelo Bene (1937 - 2002) dauerte von 1968 bis 1973, sechs Jahre nach einer langen Zeit am Theater, die Bene zu einer der berühmtesten Figuren der italienischen Avantgarde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts machte Jahrhundert.
Bene machte sich erstmals 1959 mit einer kontroversen Inszenierung von Camus’ Caligula in Rom einen Namen. Nachfolgende Produktionen behielten dieses Gefühl der Berühmtheit bei, und Bene erlangte (wie Pasolini) schnell einen Polizeirekord. Bene beklagte jedoch später die Kontroversen, die sein Werk hervorrief, denn es lockte ein Publikum an, das nach Schock und Spannung suchte, während es ihm selbst eher darum ging, das Vokabular des Theaters neu zu erfinden: Bühnenbilder, Gesten, Texte.
Benes Hinwendung zum Kino erweiterte sein Streben nach Neuerfindung. Seine Filme widersetzen sich einer Zusammenfassung, denn obwohl sie oft aus narrativen Quellen abgeleitet sind, nutzt Bene diese Quellen gegen sich selbst und als Sprungbrett für seine Kritik an den verdummenden Fallen der Darstellung und Interpretation. Die Filme sind auf mehreren Ebenen äußerst einfallsreich und visuell fesselnd: die Darstellungsstile seiner Schauspieler, einschließlich exzentrischer Bewegungen, Gesten und Grimassen; die Bühnenbilder, Kostüme und das Make-up; die Bearbeitung; und der Einsatz der Kamera, mit stabilen Aufnahmen, die regelmäßig durch Handkameraführung, extreme Nahaufnahmen und den gelegentlichen barocken Einsatz von Zooms, Dollys, Kränen, aufwändigen Schwenks und übertriebenen Kamerawinkeln unterbrochen werden. Sie ähneln in etwa der Arbeit von Jack Smith, gekreuzt mit den experimentellen Pasolini von Teorema und Pigsty.
Eine Konstante in Benes Werk ist die Satire auf Heterosexualität. Die beiden Geschlechter versuchen immer wieder, miteinander zu kommunizieren, aber es gelingt ihnen immer wieder nicht. Benes Arbeit entkräftet ständig maskulinistische Anspruchsvorstellungen: Seine männlichen Charaktere neigen dazu, unglücklich und oft hysterisch zu sein, während seine weiblichen Charaktere abwechselnd räuberisch und distanziert sind und in beiden Fällen unerkennbar sind. Doch diese Satire ist lediglich die sichtbarste Form von Benes Aufstand gegen Konvention und Kommunikation. Immer wieder werden in den Filmen Alltagshandlungen hoffnungslos kompliziert oder endlos unterbrochen. Seine Figuren starren am Ende oft fragend aus dem Off oder sogar in Spiegel, als wären sie sich der Bedeutung dessen, was sie sehen, nicht sicherer als wir. Tatsächlich scheinen die Identität und damit auch die Handlungsfähigkeit außer Kraft gesetzt zu werden, ebenso wie die Bedeutung. Was bleibt, ist ein herrliches Spektakel und Rätsel für Augen und Ohren: endlose Musik; plappernder, stotternder Text; exzessive und spannende Bilder. – David Pendleton
1 Gewinnt Und 3 Nominierungen