Biographie
Manoel de Oliveira wurde am 11. Dezember 1908 in Porto, Portugal, als Sohn von Francisco José de Oliveira und Cândida Ferreira Pinto geboren. Seine Familie bestand aus wohlhabenden Industriellen. Oliveira besuchte die Schule in Galizien, Spanien, und sein Ziel als Teenager war es, Schauspieler zu werden. Mit 20 Jahren schrieb er sich an der Schauspielschule des italienischen Filmemachers Rino Lupo ein, änderte jedoch später seine Meinung, als er Walther Ruttmanns Dokumentarfilm „Berlin: Symphonie einer Stadt“ sah. Dies veranlasste ihn, bei seinem ersten Film, ebenfalls einem Dokumentarfilm, mit dem Titel „Douro, Faina Fluvial“ (1931) Regie zu führen. Er spielte auch im zweiten portugiesischen Tonfilm, A Canção de Lisboa (1933). Sein erster Spielfilm entstand viel später, im Jahr 1942. Aniki-Bóbó, ein Porträt der Straßenkinder von Porto, war bei seiner Premiere ein kommerzieller Misserfolg, und sein Wert wurde erst mit der Zeit erkannt. Dieser Nachteil zwang Oliveira, andere Filmprojekte, an denen er beteiligt war, aufzugeben und sich der Bewirtschaftung des Weinguts seiner Familie zu widmen. Mit „Der Künstler und die Stadt“ trat er 1956 wieder in die Filmszene ein, ein Werk, das einen Wendepunkt in Oliveiras Konzeption des Kinos markierte. Im Jahr 1963 markierte „O Acto de Primavera“ (Das Frühlingsopfer), ein Dokumentarfilm über ein jährliches Passionsspiel, einen Wendepunkt in seiner Karriere. Kurz darauf folgte „A caça“ (Die Jagd), ein düsterer Spielfilm, der im Kontrast zu den fröhlichen Tönen seines vorherigen Dokumentarfilms stand. Obwohl beide Filme große Anerkennung fanden, kehrte er erst in den 1970er-Jahren auf die Regie zurück. Seit 1990 (als er 82 wurde) drehte er jedes Jahr mindestens einen Film. Oliveira hat gesagt, dass er Filme aus purem Vergnügen dreht, unabhängig von kritischen Reaktionen. Trotz mehrfacher Auszeichnungen, beispielsweise bei den Filmfestivals in Cannes, Venedig und Montreal, führt er ein ruhiges Leben abseits des Rampenlichts. Er wurde 1985 und 2004 mit zwei Karriere-Goldenen Löwen und 2008 mit einer Goldenen Palme für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
52 Gewinnt Und 46 Nominierungen