Biographie
Rita Streich (18. Dezember 1920 – 20. März 1987) war eine der am meisten bewunderten und bekanntesten lyrischen Koloratursopranistinnen der Nachkriegszeit.
Rita Streich wurde in Barnaul, Südsibirien, in der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR) als Tochter eines deutschen Vaters, der dort Kriegsgefangener war, und einer russischen Mutter geboren. Während ihrer Kindheit zog sie mit ihren Eltern nach Deutschland. Als Kind sprach sie fließend Deutsch und Russisch, was für ihre spätere Karriere äußerst hilfreich war. Zu ihren Lehrern zählten Willi Domgraf-Fassbaender, Erna Berger und Maria Ivogün.
Ihr Operndebüt gab sie während des Zweiten Weltkriegs am Stadttheater von Aussig, dem heutigen Ústí nad Labem in Böhmen, in der Rolle der Zerbinetta in Richard Strauss‘ Oper Ariadne auf Naxos. Drei Jahre später erhielt sie ihr erstes Engagement bei an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin, wo sie bis 1952 sang. In diesem Jahr zog sie nach Bayreuth, 1953 nach Wien und 1954 nach Salzburg. Es folgten Auftritte an der Mailänder Scala und am Covent Garden.
1974 unterrichtete sie an der Folkwang-Hochschule in Essen und der Musikakademie in Wien. Sie gab Meisterkurse während der Salzburger Festspiele 1983, vier Jahre vor ihrem Tod in Wien.
Zu ihrem Repertoire gehörten Rollen in „Idomeneo“, „Così fan tutte“, „Die Entführung aus dem Serail“, „Die Zauberflöte“, „Die Hochzeit des Figaro“, „Don Giovanni“, „Der Rosenkavalier“, „Siegfried“ und andere. Da sie zweisprachig aufgewachsen war, konnte sie Rimski-Korsakow auch im russischen Original nahezu akzentfrei singen. Sie war auch in der Operette aktiv. Sie hat zahlreiche klassische Wiener Operetten eingespielt, darunter Die Fledermaus, Eine Nacht in Venedig, Der Zigeunerbaron, Boccaccio, Der Bettelstudent und Der Zarewitsch.
Ihre Aufnahme von Puccinis „O mio babbino caro“ mit dem Orchester der Deutschen Oper Berlin unter der Leitung von Reinhard Peters war 2007 im Film „Mr. Bean’s Holiday“ mit Rowan Atkinson als Lippensynchronisation zu hören.
Quelle: Artikel „Rita Streich“ aus Wikipedia auf Englisch, lizenziert unter CC-BY-SA 3.0.