Biographie
Großer, kahlköpfiger Charakterdarsteller in US-Filmen von 1921 bis zu seinem Todesjahr, in dem er meist eigensinnige oder jähzornige Typen darstellte.
Claude Gillingwaters Charaktere, ein Mann, der auf Zelluloid so unangenehm war, schienen sich von einer festen Ernährung mit Kakis zu ernähren. Der große und schlaksige Gillingwater, den man liebevoll als den verschrobenen alten Geizhals in Erinnerung behält, dessen scheinbar kaltes Herz nur durch die Taten eines süßen kleinen Kerls erwärmt werden konnte, spielte immer viel älter, als er war. Er hatte mit seinen allgegenwärtigen buschigen Brauen, dem silbernen Haarschopf und dem stets säuerlichen Kater eine viel vielseitigere Karriere, als vielleicht angenommen wurde – sowohl auf der Bühne als auch im Film. Mit Sicherheit widerlegte dieses bissige Leinwandbild, das er perfektionierte, ein sanfteres, sanfteres Auftreten außerhalb der Leinwand, denn er war ein freundlicher und mitfühlender Herr und hingebungsvoller Ehemann seiner Frau Carlyn Stiletz (oder Stellith). Ihr einziges Kind, Claude Gillingwater Jr., wurde kurzzeitig selbst Schauspieler. Bedauerlicherweise endete Gillingwater Sr.s blühende Charakterkarriere 1939 mit einer düsteren und tragischen Note. Ein schwerer Unfall am Filmset des Films „Florida Special“ (1936) (er stürzte von einer Plattform und verletzte sich am Rücken) schadete seiner Gesundheit und bedrohte seine Karriere und der Tod seiner langjährigen Frau Carlyn hinterließ bei ihm unwiderrufliche Depressionen. Aus Angst vor einer Invalidität und dem Wunsch, für niemanden eine ernsthafte Belastung zu sein, beging der 69-jährige Schauspieler in seinem Haus in Beverly Hills Selbstmord, indem er sich selbst einen Schuss in den Kopf zufügte. Gillingwater hat ein schönes Hollywood-Vermächtnis hinterlassen und der Spaß einiger seiner alten Filme besteht darin, zuzusehen, wie sich sein Essig in Zucker verwandelt.
Geburtsdatum: 2. August 1870, Louisiana, Missouri
Todesdatum: 2. November 1939, Beverly Hills, Los Angeles, Kalifornien (Selbstmord)