Biographie
Hans Walter Conrad Veidt (22. Januar 1893 – 3. April 1943) war ein deutscher Schauspieler, der vor allem für seine Rollen in Filmen wie Anders als die Anderen (1919), Das Kabinett des Dr. Caligari (1920) und Der Mann, der lacht ( 1928). Nach einer erfolgreichen Karriere im deutschen Stummfilm, wo er einer der bestbezahlten Ufa-Stars war, musste er 1933 nach der Machtübernahme der Nazis mit seiner neuen jüdischen Frau Deutschland verlassen. Sie ließen sich in Großbritannien nieder, wo er in einer Reihe von Filmen mitwirkte, darunter „Der Dieb von Bagdad“ (1940), bevor er um 1941 in die Vereinigten Staaten auswanderte, was dazu führte, dass er eine Nebenrolle in „Casablanca“ (1942) spielte.
Von 1916 bis zu seinem Tod spielte Veidt in mehr als 100 Filmen mit. Einer seiner frühesten Auftritte war die des mörderischen Schlafwandlers Cesare in Robert Wienes „Das Kabinett des Dr. Caligari“ (1920), einem Klassiker des deutschen expressionistischen Kinos, mit Werner Krauss und Lil Dagover. Seine Hauptrolle in „Der Mann, der lacht“ (1928) als entstellter Zirkusartist, dessen Gesicht zu einem Dauergrinsen verzerrt ist, lieferte die (visuelle) Inspiration für den Batman-Bösewicht Joker, der 1940 von Bill Finger geschaffen wurde. Veidt spielte auch in anderen Stummfilm-Horrorfilmen wie „Die Hände des Orlac“ (1924), einem weiteren Film von Robert Wiene, „Der Student von Prag“ (1926) und „Waxworks“ (1924), in dem er Iwan den Schrecklichen spielte.
Veidt trat auch in Magnus Hirschfelds Film „Anders als die Andern“ (1919) auf, einem der ersten Filme, der Homosexualität einfühlsam darstellte, obwohl die Charaktere darin kein glückliches Ende fanden. Er hatte eine Hauptrolle in Deutschlands erstem Tonfilm „Das Land ohne Frauen“ (1929).
Ende der 1920er Jahre zog er nach Hollywood und drehte einige Filme, doch das Aufkommen sprechender Filme und seine Schwierigkeiten, Englisch zu sprechen, führten dazu, dass er nach Deutschland zurückkehrte. Während dieser Zeit stellte er sein Fachwissen zur Verfügung, um angehende Künstler zu unterrichten, darunter die spätere amerikanische Charakterdarstellerin Lisa Golm.