Biographie
Paul Rhys (* 19. Dezember 1963) ist ein walisischer Schauspieler mit einer umfangreichen Karriere in Theater, Radio, Fernsehen und Film. Rhys wurde in Neath als Sohn katholischer Eltern aus der Arbeiterklasse, Kathryn Ivory und Richard Charles Rhys, einem Arbeiter, geboren. Er ist mütterlicherseits teilweise irischer Abstammung. Ab seinem zehnten Lebensjahr züchtete und trainierte er Pferde und entwickelte sich zu einem äußerst versierten Reiter. Rhys war in seiner Jugend ein engagierter Punk und sang in mehreren Bands. Sein erster Schauspieljob war die Rolle des Liverpooler Judo-Experten Ralph in John Godbers Erfolgsstück „Bouncers“, bevor er nach London ging, wo er sich für seine Equity-Karte qualifizierte, indem er zur Mittagszeit für Peter Boizots „Pizza Express“ und „Kettners“ Jazzstandards sang.
Rhys erhielt ein Bernard-Shaw-Stipendium für ein Studium an der RADA. Im ersten Semester wurde er von Philip Prowse entdeckt und eingeladen, in Oscar Wildes „A Woman of No Importance“ am Glasgow Citizens Theatre aufzutreten, wo er den unehelichen Sohn Gerald spielte. Er trat auch als Dean Swift in Julien Temples Film Absolute Beginners auf. Rhys schloss seine Ausbildung an der RADA mit dem Gewinn des William Pole-Preises und der Bancroft-Goldmedaille ab.
Seine nächste Filmrolle war in Franklin J. Schaffners „Löwenherz“. Nach einer kurzen Zeit bei der Royal Shakespeare Company spielte er neben Colin Firth in Richard Eyres preisgekröntem Film Tumbledown. Bald darauf trat er in Vincent & Theo unter der Regie des amerikanischen Filmregisseurs Robert Altman als Vincent van Goghs jüngerer Bruder Theo van Gogh auf. Paul setzte das Thema der berühmten Brüder fort und spielte dann Sydney Chaplin neben Charlie Chaplin von Robert Downey Jr. in Richard Attenboroughs Chaplin. Anschließend spielte er Massis in Alan Bennetts 102 Boulevard Haussmann. Anschließend trat er neben Peter O'Toole in „Rebecca's Daughters“ auf. Es folgten eine Reihe von Filmen, darunter „From Hell“, „Food of Love“, „Love Lies Bleeding“, „Becoming Colette“ und „Hellraiser: Deader“. Er tritt als Talleyrand in Ridley Scotts Epos „Napoleon“ von 2023 und als Duncan in „Saltburn“ von Emerald Fennell auf.
Parallel zu Rhys' Filmarbeit verlief eine vielfältige und bemerkenswerte Fernsehkarriere, in der er in Hauptrollen mit Regisseuren wie Mike Hodges, Stephen Frears, Sir Richard Eyre, Philip Martin, Christopher Morahan, Tom Vaughan, Edward Hall und Harry Bradbeer in Produktionen wie Tumbledown, A Dance to the Music of Time, The Heroes, Ghosts, Gallowglass, The Healer, Anna Karenina, The Deal, Beethoven, The Ten Commandments, Borgia, Luther und anderen zusammenarbeitete Gespenster. Im Jahr 2008 trat Rhys in der Serie Agatha Christie’s Poirot auf. Im Jahr 2014 spielte er die Hauptrolle als Verräter Aldrich Ames in der Miniserie „The Assets“, dann als König George III. in „Turn: Washington's Spies“ und als Sir John Conroy in „Victoria“. Er hat aus dem Spielen von Vampiren einen Nebenberuf gemacht: Being Human (als Ivan); als Vlad, der Prinz der Walachei alias Dracula in den Staffeln 1–3 der Serie „Da Vincis Dämonen“ aus dem Jahr 2015; und als Andrew Hubbard in zwei Staffeln des Hits „Eine Entdeckung der Hexen“ aus den Jahren 2020–2021. Im Jahr 2023 tritt er als Tommy im BBC-Film Men Up auf.