Biographie
Marcel Carné wurde in Paris, Frankreich, als Sohn eines Tischlers geboren, dessen Frau starb, als ihr Sohn fünf Jahre alt war. Er begann seine Karriere als Filmkritiker, wurde Herausgeber der Wochenzeitschrift Hebdo-Films und arbeitete ab 1929 für Cinémagazine und Cinémonde und 1933. Im gleichen Zeitraum arbeitete er im Stummfilm als Kameraassistent bei Regisseur Jacques Feyder. Mit 25 Jahren drehte Carné bereits seinen ersten Kurzfilm, Nogent, Eldorado du dimanche (1929). Er assistierte Feyder (und René Clair) bei mehreren Filmen bis hin zu La kermesse héroïque (1935).
Feyder nahm eine Einladung an, in England für Alexander Korda zu arbeiten, für den er Knight Without Armor (1937) drehte, ermöglichte es Carné jedoch, dessen Projekt Jenny (1936) als Regisseur zu übernehmen. Der Film markierte den Beginn einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem surrealistischen Dichter und Drehbuchautor Jacques Prévert. Diese Zusammenarbeit dauerte mehr als ein Dutzend Jahre, in denen Carné und Prévert ihre bekanntesten Filme schufen. Gemeinsam waren sie an der Filmbewegung des poetischen Realismus mit fatalistischen Tragödien beteiligt.
Während der deutschen Besetzung Frankreichs während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Carné in der Vichy-Zone, wo er die Versuche des Regimes, die Kunst zu kontrollieren, untergrub; Mehrere Mitglieder seines Teams waren Juden, darunter Joseph Kosma und Bühnenbildner Alexandre Trauner. Unter schwierigen Bedingungen drehten sie Carnés meistgeschätzten Film Les Enfants du paradis (Kinder des Paradieses, 1945), der nach der Befreiung Frankreichs in die Kinos kam. Ende der 1990er Jahre wurde der Film in einer Umfrage unter 600 französischen Kritikern und Fachleuten zum „Besten französischen Film des Jahrhunderts“ gewählt. Nach dem Krieg folgten er und Prévert diesem Triumph mit der damals teuersten Produktion, die jemals in der Geschichte des französischen Films durchgeführt wurde. Doch das Ergebnis mit dem Titel „Les Portes de la nuit“ wurde von der Kritik verrissen, scheiterte an den Kinokassen und war ihr letzter fertiggestellter Film.
In den 1950er Jahren geriet Carnés Ruf in Vergessenheit. Die Kritiker von Cahiers du Cinema, die zu den Filmemachern der New Wave wurden, entließen ihn und schätzten die Verdienste seines Films allein auf Prevert ein. Abgesehen von seinem Hit „Les Tricheurs“ aus dem Jahr 1958 hatten Carnés Nachkriegsfilme nur mäßigen Erfolg und viele stießen bei der Presse und in der Filmindustrie auf nahezu unerbittliche negative Kritik. 1958 war Carné Vorsitzender der Jury der 6. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Seinen letzten Film drehte Carné 1976.
Carné war schwul und machte daraus kein Geheimnis. Einige seiner späteren Filme enthalten Hinweise auf männliche Homosexualität oder Bisexualität. Sein ehemaliger Partner war Roland Lesaffre, der in vielen seiner Filme mitspielte.
1989 erschien im Rahmen der Harvard Film Studies ein Buch von Edward Baron Turk, das seine Geschichte unter dem Titel Child of Paradise: Marcel Carné and the Golden Age of French Cinema erzählte.
Marcel Carné starb 1996 in Clamart, Hauts-de-Seine, und wurde auf dem Cimetière Saint-Vincent in Montmartre beigesetzt.
Beschreibung oben aus dem Wikipedia-Artikel Marcel Carné, lizenziert unter CC-BY-SA, vollständige Liste der Mitwirkenden auf Wikipedia.
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