Biographie
Tapan Sinha (2. Oktober 1924 – 15. Januar 2009) war einer der bedeutendsten indischen Filmregisseure seiner Zeit, der in seiner fast ein halbes Jahrhundert dauernden Karriere mehr als 40 Spielfilme in Bengali, Hindi und Oriya drehte. Als Zeitgenosse der Kinoikonen Westbengalens – Satyajit Ray, Ritwik Ghatak und Mrinal Sen – war Sinha ein ebenso kraftvoller Geschichtenerzähler, der wie sein Lieblingsromanautor Charles Dickens ein großes und anerkennendes Publikum gewann, indem er sich mit den Problemen befasste, mit denen gewöhnliche Menschen konfrontiert sind.
Sinha wurde in Kalkutta geboren und war das fünfte Kind von Tridibesh und Pramila Sinha. Er besuchte Schulen in Bhagalpur und Bankura. Als Student an der Patna-Universität in Bihar reagierte Sinha wohlwollend auf Mahatma Gandhis „Quit India“-Bewegung, die 1942 gegen die Briten ins Leben gerufen wurde. Als er jedoch an die Kolkata-Universität zog, wo er einen MSc in Physik machte, geriet er in den Bann von Britische und amerikanische Filmemacher, insbesondere John Ford, Billy Wilder, Frank Capra und Carol Reed. Später behauptete er, dass es Jack Conways Version von Dickens‘ „Eine Geschichte aus zwei Städten“ aus dem Jahr 1935 gewesen sei, die ihn dazu motiviert habe, Filmemacher zu werden.
Nach seinem Master-Abschluss im Jahr 1946 trat Sinha als angehender Tontechniker in die New Theatres Studios in Kalkutta ein. Zwei Jahre später wechselte er in das Kolkata Movietone Studio und erhielt 1950 eine Einladung zum London Film Festival und die Gelegenheit, in den Pinewood Studios in der Nähe von London zu arbeiten, wo er eine Stelle in der Abteilung des Regisseurs Charles Crichton als Regisseur annahm Toningenieur. Während seines Aufenthalts in London lernte er die Werke der italienischen Regisseure Federico Fellini, Vittorio De Sica und Roberto Rossellini kennen. Nach seiner Rückkehr nach Indien drehte Sinha seinen ersten Film, Ankush (The Goad, 1954), in dem ein Elefant eines Zamindar (Zöllner) die Hauptrolle spielte. Sein letzter Film wurde 2001 veröffentlicht.
Sinha, den viele Kritiker als Indiens David Lean betrachteten, wurde auf internationalen Festivals in Berlin, Venedig, London, Moskau und San Francisco geehrt und erhielt 2008 den Dadasaheb Phalke Award, die höchste Kinoauszeichnung der indischen Regierung.
5 Gewinnt Und 4 Nominierungen