Biographie
Leopoldine Rysanek (14. November 1926 – 7. März 1998) war eine österreichische dramatische Sopranistin.
Rysanek wurde in Wien geboren und gab ihr Operndebüt 1949 in Innsbruck. 1951 wurden die Bayreuther Festspiele wiedereröffnet und der neue Leiter Wieland Wagner bat sie, die Sieglinde in der Walküre zu singen. Er war überzeugt, dass ihre einzigartige, junge und schöne Stimme, kombiniert mit ihren seltenen schauspielerischen Fähigkeiten, für Aufsehen sorgen würde. Sie wurde über Nacht zum Star und die Rolle der Sieglinde begleitete sie für den Rest ihrer Karriere. Ihr letzter Auftritt war bei den Salzburger Festspielen im August 1996 als Klytämnestra in Elektra von Richard Strauss.
Ihr Debüt an der Metropolitan Opera gab sie 1959 als Lady Macbeth in Verdis Macbeth und ersetzte Maria Callas, die aus der Produktion „gefeuert“ worden war. Im Laufe ihrer langen Karriere sang sie dort 299 Vorstellungen in 24 Rollen. Sie spielte in Inszenierungen von Verdis Nabucco, in der Titelrolle von Ariadne auf Naxos von Richard Strauss, der Kaiserin in Die Frau ohne Schatten, ebenfalls von Strauss, und Janáčeks Káťa Kabanová. Dort verabschiedete sie sich im Januar 1996 als Gräfin in Tschaikowskys Pique Dame.
Wenige Monate nach ihrer Pensionierung wurde sie zur Kuratorin der Wiener Festwochen ernannt, eine Position, die sie bis zu ihrem Tod in Wien im Alter von 71 Jahren innehatte (bei ihren letzten Met-Auftritten war bei ihr Knochenkrebs diagnostiziert worden). Zwei Tage später wurde ihr eine Inszenierung von Wagners „Lohengrin“ an der Metropolitan Opera mit Ben Heppner in der Titelrolle gewidmet. In dieser Oper hatte sie in der Produktion von 1985–86 die Rolle der Ortrud gesungen.
Die Stimme von Leonie Rysanek wird in die Kategorien Spinto und dramatischer Sopran eingeordnet. Obwohl ihre Stimme im deutschen Repertoire im oberen Bereich der Kategorien jugendlich-dramatisch und dramatischer Sopran lag, war sie für italienische Opernstandards ausschließlich dramatisch. Ihre Ausdauer in der hohen Tonlage der Strauss-Opern wird weithin gelobt.
Sie ist dafür bekannt, die Musik von Richard Strauss zu singen. Besonders gelobt wurde sie als Kaiserin in „Die Frau ohne Schatten“, als Titelrolle in „Salome“, als Marschallin in „Der Rosenkavalier“ und als Chrysothemis in „Elektra“. Gelegentlich sang sie Ariadne/Prima Donna in Ariadne auf Naxos und weibliche Hauptrollen in selten aufgeführten Strauss-Opern (Die ägyptische Helena und Die Liebe der Danae). Da sie jedoch vorsichtig war, sich nicht in ihrer Liga zu behaupten, nahm sie die Rolle der Sieglinde erst 1972 im Alter von 46 Jahren in Angriff, obwohl sie die Rolle der Sieglinde von Anfang 20 bis zu ihrem 62. Lebensjahr in ihrem aktiven Repertoire behielt. Angebote, die Isolde zu singen, vermied sie Wagners Tristan und Isolde trotz Spekulationen, dass die Rolle perfekt für sie wäre. Sie sang 1950 in Innsbruck die Brünnhilde in der Walküre, kehrte jedoch nicht in diese Rolle zurück. In Interviews erklärte sie, dass ihr großer Respekt vor ihrer Kollegin Birgit Nilsson ein Faktor dafür sei, dass sie die Paraderollen dieser Sopranistin meidet. Einer ihrer Auftritte in der Walküre fand in derselben Woche statt wie ihr Auftritt als Gilda in Rigoletto.
Rysanek sang oft die Titelrolle der Tosca und Turandot einige Male. Sie sang auch die Leonore in Beethovens Fidelio. ...
Quelle: Artikel „Leonie Rysanek“ aus Wikipedia auf Englisch, lizenziert unter CC-BY-SA 3.0.